Curriculum Vitae
MICHELLE SCHMOLLGRUBER, Freischaffende Künstlerin
geb. 14.11.1967, Ried i. Innkreis
AUSBILDUNG und QUALIFIKATIONEN
1983–1986: Fotografie, Lehre bei FOTO HOFER, Innsbruck
1986: Lehrabschluss Fotografie
1996: EDV-Kurs für Berufswiedereinsteigerinnen, WIFI, Innsbruck
2005–2006: Systemisch integratives Arbeiten und Beraten, berufsbegleitender Lehrgang, Institut für Systemisch Integrative Beratung und Supervision, Ibk
2007: Achtsame Kommunikation, Seminar bei Maria Regina Strugholtz, Wege der Achtsamkeit, Mutters
2007: Achtsame Kommunikation (Vertiefungsgruppe), Seminar bei Maria Regina Strugholtz, Wege der Achtsamkeit, Mutters
2007: Digitale Fotografie, Workshop, Tiroler Bildungsinstitut
2008: Adobe Indesign Grundlagen, WIFI, Innsbruck
2008: Klasse für Fotografie, Sommerakademie Traunkirchen, bei Maria Hahnenkamp
2009–2010: Clownlehrgang „Wege zum Clown“, Lehrgang vom Theater Verband Tirol mit Lorenz Wenda, Innsbruck
2009: Clownworkshop – „Mein erstes Rendezvous mit dem Clown“, Workshop vom Theater Verband Tirol mit Lorenz Wenda, Innsbruck
2010: Clownwochenende, Fortbildung vom Theater Verband Tirol mit Tanja Rainalter und Lorenz Wenda, Innsbruck
2011: Adobe Photoshop – Fortgeschritten. Programmfunktionen richtig nutzen heißt Zeit sparen, WIFI, Innsbruck
2011: Clownerie – Arbeit an der Personage, Fortbildung vom Theater Verband Tirol mit Lorenz Wenda, Innsbruck
2011: Clownerie – Biografiearbeit, Fortbildung vom Theater Verband Tirol mit Lorenz Wenda, Innsbruck
2013: Objekt und Maske, theaterpädagogischer Workshop bei Anke Gerber, Hall
2015: Social Media Homepage mit WordPress – Grundlagen, WIFI, Innsbruck
2018: A bridge in the nose, Workshop in Clown Technique mit Lila Monti, Theater Verband Tirol, Innsbruck
2018: Einschulung in Medien- und Urheber*innenrechte & Werbefreiheit, Seminar, FREIRAD, Innsbruck
2018: Malen und Gestalten – kreatives Arbeiten mit Kindern, Universitätslehrgang mit Abschluss als Kreativpädagogin, Kunstuniversität Linz, Linz
2019: Audioschnitt mit Audacity, Workshop, FREIRAD, Innsbruck
2022–2023: Biografiearbeit – professionell einsetzen, Lehrgang, Österreichisches Institut für Biografiearbeit, Wien
ARBEITEN IN PRODUKTION, THEATER, MEDIENDESIGN und KUNSTVERMITTLUNG
1994–2008: Kostümausstattungen für diverse Theater
2000–2004: Ausstattung und Styling Film und Werbung
2003–2005: Gründung des Labels USED
2005–2007: Bereichsleiterin der Nähwerkstatt, Verein Wams (Sozialökonomischer Betrieb), Innsbruck
2008–2022: Selbständige Mediendesignerin, Vollpension – büro für gestaltung, Innsbruck
2016–2022: malzeit, freies Malen und Gestalten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, Innsbruck
seit 2016: Kunstvermittlerin, bilding Kunst- und Architekturschule, Innsbruck
RESIDENCIES und AUSZEICHNUNGEN
2022–2027: Förderatelier im Künstler*innenhaus Büchsenhausen, Innsbruck
2025: Magic Carpets Residency 2025, im Austausch mit dem Dokumentationsarchiv Migration Tirol (DAM) und dem Team des ZeMIT
AUSSTELLUNGSBETEILIGUNGEN, INSTALLATIONEN IM ÖFFENTLICHEN RAUM und FESTIVALS
1997: Die geharnischte Venus – ein Bekenntnis zum Barock, Architekturforum Tirol, Innsbruck
1999: Haus Enzian – ein fotografisches Kommentar, Architekturforum Tirol, Innsbruck
2000: my privat eye, Textile Objekte und Fotografien, Galerie im Andechshof Innsbruck
2008: Unnormale Kleider – Normalität versus Behinderung, Galerie im Andechshof Innsbruck
2009: Insrigs! Eirigs? – verwurzelte Merkmale – sinnvoll verpflanzt, stadtpotentiale 09 kunst- und kulturinnovationsförderung der stadt innsbruck
2011: friss oder stirb – Bankett-Stillleben, Demokratie-Kongress Innsbruck
2016: Inscape – looking at, Fotoforum Innsbruck
2020: Feigenbaumszenario 1.0 – eine fotografische Rauminstallation, Fassade openspace.innsbruck
2020: Feigenbaumszenario 2.0 – eine fotografische Rauminstallation, Stiegenhaus Karmelitergasse 21, Innsbruck
2020: lamonstera – Zurück zu den Wurzeln, paste ups im öffentlichen Raum, Innsbruck
2021: Slide Show: Rethinking Nature – European Month of Photography, IMAGO LISBOA, Lissabon
2021: Slide Show: Rethinking Nature – European Month of Photography, Mois européen de la photographie Luxembourg
2021: Feigenbaumszenario .4.0, Alte Talstation Hungerburgbahn, Innsbruck
2022: Feigenbaumszenario 3.0, bachrauschen, #2 Edition, Arge Kunstraum Wattenbach
2022: Slide Show: Rethinking Nature, FOTO WIEN
2024: “WHEN WE MOVE, IT’S A MOVEMENT” – Feminist Art & Action in Innsbruck, kuratiert von Ivana Marjanović, Kunstraum Innsbruck
2025: Komplizen*schaft, Toni-Knapp-Haus, Schwaz
2025: Abschlusspräsentation Magic Carpets Residency 2025, Stadtteiltreff Wilten, Innsbruck
2025–2026: MARSEILLE temporary, RFDINSEL, Innsbruck
PERFORMANCE
2024: I STOP FITTING, FrauenLesbenZentrum Innsbruck, Künstler*innenhaus Büchsenhausen, Villa Margaretha, Kunstraum Innsbruck
DISKURSIVE VERANSTALTUNGEN
2024: Vorstellung im Rahmen von Salon Expanded der Künstler*innen Vereinigung Tirol (Mitglied seit 2021), Künstler*innenhaus Büchsenhausen, Innsbruck
2024: Artist Talk, Kunstraum Innsbruck
MICHELLE SCHMOLLGRUBER näherte sich dem fotografischen Handwerk bereits im Alter von 16 Jahren im Rahmen einer Fotografielehre in Innsbruck an. Nach dem Lehrabschluss im Jahr 1986 folgte rund zehn Jahre später der Einstieg in die digitale Fotografie. Doch statt einer linearen Logik zu folgen, entfaltete sich sowohl ihr beruflicher Alltag als auch ihre künstlerische Praxis in geschwungenen Linien.
Nach der Geburt ihrer beiden Kinder arbeitete Schmollgruber ab Mitte der 1990er-Jahre für mehr als ein Jahrzehnt an zahlreichen Theaterproduktionen als Kostümaustatterin mit und war im Bereich Ausstattung und Styling in Film und Werbung tätig. Ihr feines Gespür für Textile brachte sie Anfang der 2000er-Jahre in die Konzeption und Gründung des Labels USED zur Verarbeitung gebrauchter Kleidung ein sowie von 2005 bis 2007 als Leiterin der Nähwerkstatt des sozioökonomischen Betriebs Wams in Innsbruck einbringen. In diesem Kontext setzte sie sich in einem berufsbegleitenden Lehrgang mit systemisch-integrativer Arbeit und Beratung auseinander (2005–2006) und absolvierte mehrere Seminare zu achtsamer Kommunikation (2007).
Parallel dazu blieb die fotografische Arbeit ein wiederkehrender Ankerpunkt, der durch prägende Impulse – etwa das Studium bei der österreichischen Künstlerin Maria Hahnenkamp im Rahmen der Sommerakademie Traunkirchen (2008) – eine neue inhaltliche Schärfung erfuhr. Ihr Interesse an individuellen Lebensgeschichten, das sich durch viele ihrer Tätigkeiten zieht, griff sie zuletzt im Lehrgang „Biografiearbeit – professionell einsetzen“ (2022–2023) erneut auf.
Ergänzt wird ihr vielschichtiges Profil durch ihre langjährige Tätigkeit als selbständige Mediendesignerin in Innsbruck, kontinuierlich erweitert durch Aus- und Weiterbildungen in Grafikdesign und Bildbearbeitung. Eine intensive Beschäftigung mit Clownerie (2009–2011, 2018) eröffnete ihr darüber hinaus eigenständige Zugänge zu körperlichem Ausdruck und performativen Formen.
Seit rund fünfzehn Jahren ist Michelle Schmollgruber zudem in der Kunstvermittlung tätig. Ihre kunstpädagogische Praxis speist sich unter anderem aus einem theaterpädagogischen Workshop (2013), einem Universitätslehrgang mit Abschluss als Kreativpädagogin an der Kunstuniversität Linz (Malen und Gestalten – kreatives Arbeiten mit Kindern, 2018) sowie aus ihren Erfahrungen im Rahmen des von ihr initiierten Projekts malzeit – Freies Malen und Gestalten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Seit 2016 arbeitet sie außerdem als Kunstvermittlerin in der Kunst- und Architekturschule bilding in Innsbruck.
Das Jahr 2022 markiert schließlich einen Wendepunkt: Mit dem Abschluss mehrerer beruflicher Stränge – darunter das Ende ihrer Tätigkeit im Mediendesign – eröffneten sich neue Möglichkeiten in ihrer künstlerischen Praxis. Die Zuerkennung eines Förderateliers im Künstler*innenhaus Büchsenhausen sowie die Aufnahme in die Künstler*innen Vereinigung Tirol leiteten diese lange vorbereitete Veränderung ein.
Auch in ihrer künstlerischen Praxis widersetzt sich Michelle der Geradlinigkeit und nähert sich Themen aus überraschenden Perspektiven an. Residuen geschlechtlicher Rollenbilder und gesellschaftliche Erwartungshaltungen werden dabei ebenso hinterfragt und verschoben wie fotografische Prozesse und unser Verständnis von Zeit.
Als interdisziplinäre Künstlerin bewegt sich Schmollgruber beständig entlang und jenseits der Grenzen von Fotografie, Textilkunst, Installation und Performance. In ihren Arbeiten übersetzt sie nicht selten zwischen Medien – etwa vom fotografischen Bild ins Textile – und verleiht so subtilen Denkprozessen materielle Konturen. Auch dort, wo Fotografie für sich steht, ist das Ergebnis Zeugnis eines zeitintensiven Prozesses, in dem sie sich der Annäherung an und Inszenierung des Sujets mit großer Genauigkeit widmet.
Getragen von einem anhaltenden Interesse an Material, Zeit, Körpern und den Geschichten, die sich dazwischen entfalten, entstehen Werke, die uns überraschen und dazu herausfordern, vermeintliche Gewissheiten über Kunst und Gesellschaft Knoten für Knoten aufzutrennen. Die vermeintliche Sanftheit der in ihren geknüpften Wollbildern und Textilinstallationen verwendeten Materialien verdeckt dabei nur auf den ersten Blick eine spürbare Intensität und Nachdrücklichkeit.
In den letzten Jahren vertiefte Michelle Schmollgruber ihr bereits mit der fotografischen Rauminstallation Feigenbaumszenario (2020–2022) gewecktes Interesse an Installation und räumlicher Inszenierung ihrer Arbeiten, die sie wie Protagonist*innen im Raum positioniert und fotografisch festhält. Lange Fäden, die aus dem Rahmen ihrer Wollbilder treten, und Stoffbahnen, die in den Raum zu greifen scheinen, zeugen von einem Bestreben, Raum einzunehmen, ohne sich einzupassen. Dieses Drängen widerspiegelt sich auch in ihrer 2024 entwickelten Performance I STOP FITTING, in der sie eine Reihe von Dingen auflistet, die sie auf ihrem Weg zur Autonomie aufgegeben hat.
Michelle Schmollgrubers interdisziplinäre Praxis umspannt Fotografie, Textilkunst, Installation und Performance. Zu ihren jüngeren Ausstellungsbeteiligungen zählen „WHEN WE MOVE, IT’S A MOVEMENT“ – Feminist Art & Action in Innsbruck im Kunstraum Innsbruck (2024), in deren Rahmen sie auch ihre Performance I STOP FITTING zeigte, Komplizen*schaft im Toni-Knapp-Haus in Schwaz (2025) sowie MARSEILLE temporary im RFDINSEL, Innsbruck (2025–2026).
Ihre fotografischen Arbeiten wurden unter anderem im Rahmen von FOTO WIEN (2022), IMAGO LISBOA (2021), dem Mois européen de la photographie Luxembourg (2021) sowie im Fotoforum Innsbruck (2016) präsentiert. Iterationen ihrer fotografischen Rauminstallation Feigenbaumszenario wurden zwischen 2020 und 2022 an verschiedenen Orten in den Stadtraum von Innsbruck eingefügt.
Von 2022 bis 2027 ist Michelle Schmollgruber Stipendiatin eines Förderateliers im Künstler*innenhaus Büchsenhausen in Innsbruck. Darüber hinaus nahm sie 2025 an der Magic Carpets Residency teil, in deren Rahmen sie im Austausch mit dem Dokumentationsarchiv Migration Tirol (DAM) und dem Team vom Zentrum Migration Integration Teilhabe (ZeMIT) eine textile Arbeit entwickelte.