lamonstera – zurück zu den Wurzeln

Als eine uralte Pflanzenart steht die monstera deliciosa, das „köstliche Fensterblatt“, im Mittelpunkt des Projekts lamonstera – Zurück zu den Wurzeln. Während der Pflanze mit ihrem riesenhaften Wuchs und ihrer schwer zähmbaren Ausdehnung eine leicht unheimliche Konnotation anhaftet, treffen wir sie heute meist domestiziert – fast untertänig – in bürgerlichen Wohnzimmern an.

Die monstera deliciosa wird im Projekt lamonstera – Zurück zu den Wurzeln als Symbol für eine alte Lebensform begriffen, die eine Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart, Wildheit und Kultiviertheit darstellt – ein verbindendes Element zwischen den Zeiten und Lebenswelten. Sie bildet eine Art Freundschaftszeichen, das das Individuum mit der Natur verbindet. Dabei kommt nicht nur dem charakteristischen Blatt der monstera deliciosa, sondern auch ihren Luftwurzeln als Ort des Ursprungs und der Quelle eine wichtige Rolle zu.

Strukturell und methodisch ist das Projekt im Bereich der Street-Art verortet. Vorhandene Freiflächen werden gestaltet, indem mit der Methode des Cut-out die Motive (Blatt und Luftwurzeln der Monstera) auf Papier gebracht, ausgeschnitten und dann als paste-up mit Kleister angebracht werden. Ziel des Projekts ist es, Flächen im öffentlichen Raum zu bespielen, sei es mit ausgedehnten Installationen oder mit kleinen „reminders“, kürzelhaft gedachten, einzeln angebrachten paste-ups, die dem Betrachter als Symbole der Komplizenschaft ins Auge fallen. Dies können Flächen im urbanen Raum, aber auch in der Natur sein.

Im Sinne der queer ecologies, die sich mit der kapitalistische Ausbeutung und Beherrschung des Individuums und der Natur auseinandersetzen, wird der Raum der Pflanze gewissermaßen zurückerarbeitet. Die „reminders“ sind als kurze, wiederkehrende Botschaften im Alltag gedacht, die an eine Form der Komplizenschaft erinnern und als Symbol für die Freundschaft mit der Natur und eine behutsame Form des Wachstums stehen.

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